
Unsere heutigen Themen:
1. Sommer, Hitze – Herz-Kreislauf-Erkrankungen
2. Krebs beim Hund – Ansteckungsgefahr?
Sommer, Hitze – Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Ein Hunde- oder Katzenleben im Sommer ist einfach toll. Ausgiebige Spaziergänge mit Frauchen und Herrchen, viel faulenzen und ab und an auch gerne mal ein Sprung ins Wasser, zumindest für die Fellnase. Da wollen wir manchmal gerne tauschen… So schön der Sommer für Mensch und Tier sein kann: steigen die Temperaturen über 30°C, wird es anstrengend für unsere Körper.
Einige Menschen können sich bei Hitze schlapp und abgeschlagen fühlen. Gleiches kann für unsere Vierbeiner gelten. Besonders bei Hitze ist es schwer zu erkennen, ob Hund oder Katze „nur“ unter der Hitze leiden, oder sich hinter Passivität und Inaktivität möglicherweise mehr verbirgt. Denn Bewegungsunlust und das Zurückziehen in dunklere, kühlere Ecken können auch Symptome für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sein.
Auch bei Senior-Tieren tritt das Problem auf, dass wir Halter manchmal nicht einschätzen können, ob das Verhalten des Vierbeiners dem Alter geschuldet ist, oder ob eine Erkrankung vorliegt. Dann heißt es oft: „Im Alter ist man eben nicht mehr so fit, da darf man auch fauler werden und länger schlafen.“ Das ist auf der einen Seite alles richtig und auch unsere Vierbeiner haben einfach mal einen schlechten Tag. Auf der anderen Seite erleben wir leider auch immer wieder, dass eben doch mehr dahinter stecken kann.
Wir bitten Sie daher, Ihren Liebling gut zu beobachten. Bewegt sich Ihr Tier nicht mehr gerne, zieht es sich stark zurück, hechelt auffallend viel, leidet unter Kurzatmigkeit oder wird gar bewusstlos, kommen Sie zu uns. Herz-Kreislauf-Erkrankungen können wir heute sehr gut behandeln. Wichtig ist die frühe Diagnose, denn aus akuten Beschwerden können sich chronische Erkrankungen entwickeln, wenn man sie nicht erkennt. Im schlimmsten Fall können Organe, zum Beispiel Herz, Leber oder Nieren, geschädigt werden und letztendlich können unbehandelte Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch zu einem früheren Tod führen.
Wir unterscheiden, ähnlich wie bei uns Menschen, zwischen angeborenen und „erworbenen“ Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das können z.B. erhöhter Blutdruck oder auch ein Herzklappenfehler sein. Es gibt viele Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und mindestens genauso viele Symptome. Manchmal sind es auch nur kleine Veränderungen, die auf eine Erkrankung hindeuten können.
Die Diagnose beginnt bei uns mit dem Abhören und Blutdruckmessungen Ihres Schützlings. Hier können wir bereits erhöhten Blutdruck feststellen und Unregelmäßigkeiten „hören“. Dies findet in ruhiger Umgebung statt, damit unser Patient entspant sein kann. Wenn nötig folgen weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel ein EKG, bei dem wir unter anderem Herzrhythmusstörungen feststellen können oder auch ein Ultraschall, um Organe wie das Herz sehen zu können.
Nach der Diagnose können wir eine Therapie einleiten. Das können Medikamente sein, aber auch andere Maßnahmen, wie spezielles Futter. Wichtig ist im Anschluss die regelmäßige Kontrolle, damit wir sehen können, ob der Patient auf die Therapie reagiert und wir diese anpassen können.
Tipp für Sie zuhause: möglichst Stress und Aufregung vermeiden und öfter am Tag kleinere Runden Gassi gehen. Das finden übrigens alle Vierbeiner bei Hitze gut, denn so haben sie immer genug Zeit, sich zu erholen.
Krebs beim Hund – Ansteckungsgefahr?
Die Erkenntnis und die Sorge, dass Krebs ansteckend sein kann wächst und wir hören immer öfter die Frage, ob es das auch bei Hunden gibt. Sie haben vielleicht schon einmal etwas von FeLV, dem Feline Leukämie Virus, gehört. Dieses Virus wird von Katze zu Katze übertragen und kann zu Leukämie führen. In Australien lebt der Tasmanische Teufel, der leider wegen einer ansteckenden Krebsart vom Aussterben bedroht ist. Wie also sieht es bei unseren Hunden aus?
Fangen wir vorne an: Krebs entsteht normalerweise innerhalb eines Körpers durch veränderte Zellen, die schließlich einen Tumor bilden und je nach Art Knochen oder verschiedene Organe angreifen. Umso erstaunlicher ist es, dass es tatsächlich eine Krebsform, den „übertragbaren venerischen Hunde-Tumor“ (CTVT) gibt, die sich eher wie ein Parasit verbreitet – von Hund zu Hund. Doch bitte haben Sie keine Angst, diese Art ist zwar übertragbar, jedoch kommt es selten dazu und der Krebs ist nicht sehr aggressiv, sodass eine Diagnose keinesfalls das Schlimmste bedeutet. Sogenannte Mammatumore, Haut-, Lymphdrüsen-, Maulhöhlenkrebs sowie Weichteil- und Knochenkrebs sind die am häufigsten vorkommenden Krebsarten bei Hunden.
Egal, um welche Krebsart es sich handelt, die Tiermedizin ist auf einem vergleichbaren Stand, wie die Humanmedizin. Das bedeutet, es werden laufend Fortschritte bei den Behandlungsmöglichkeiten gemacht. Wir können Ihren Liebling immer besser und schonender behandeln. Ganz wichtig ist es auch hier, die Krankheit in einem frühen Stadium zu erkennen und sofort mit der richtigen Therapie zu beginnen.
Impfungen oder ähnliche Vorsorgemaßnahmen für unsere Vierbeiner gibt es leider nicht. Was Sie für Ihren Hund prophylaktisch tun können, erforschen Mediziner und Ernährungswissenschaftler. Bisher galt die Kastration als wichtige Prophylaxe, dies ist jedoch widerlegt worden. Bei Untersuchungen erkrankten genauso viele kastrierte wie unkastrierte Hunde an Krebs.
Was wir auch feststellen ist, dass Rassen wie Irish Water Spaniel, Flat Coated Retriever, Viszla, Bernhardiner, Rottweiler, Leonberger, Staffordshire Terrier und Riesenschnauzer Risikogruppen sind. Zudem sind es meist ältere Tiere, die an Krebs erkranken.
Daher können wir Ihnen nur zu Vorsorgeuntersuchungen raten – genau wie bei uns Menschen, ist es ab einem bestimmten Alter einfach sinnvoll, den Körper regelmäßig durchzuchecken. Also nicht warten, sondern direkt damit anfangen.