
Wir hoffen, Sie hatten schöne Feiertage und konnten das frühsommerliche Zwischenspiel mit Ihren Lieben – Menschen und Tieren – wunderbar genießen.
Im Frühjahr steht auch das Thema Impfungen auf dem Plan. Glücklicherweise gibt es heute eine große Anzahl verschiedenster Impfstoffe. Um den Überblick zu behalten, stellen wir Ihnen hier kurz und kompakt die wichtigsten Impfungen für Ihren Schützling vor.
Gleichzeitig gehen wir darauf ein, dass immer öfter Kaninchen mit Herzleiden zu uns kommen, denen wir helfen dürfen.
Impfungen
Wir wissen um die vielen Internetseiten, auf denen Impfgegner ihre Theorien, Impfen habe zu viele Nebenwirkungen und sei gefährlicher als die Krankheit selbst, verbreiten. Wir möchten Ihnen heute die Angst davor nehmen, Ihren Schützling impfen zu lassen. Wir sind der Überzeugung, dass Impfen eine unverzichtbare Vorsorgemaßnahme ist. In den letzten Jahrzehnten konnten wir dank Impfstoffen einige Krankheiten fast oder ganz ausrotten. Die Impfungen, die heute auf dem Markt sind, haben wirklich nur noch sehr selten Nebenwirkungen und diese Nebenwirkungen sind im Vergleich zu den Krankheiten zu vernachlässigen.
Besonders wichtig ist und bleibt die Grundimmunisierung im Welpenalter. Durch die Muttermilch gelangen in den ersten Tagen Antikörper in den Blutkreislauf der Welpen. Dieser Schutz hält nur wenige Wochen vor. Daher ist es ratsam, ab etwa der 6. bis 8. Woche mit der Grundimmunisierung zu beginnen. Für Katzen, Hunde und Kaninchen gibt es einige Impfungen, die dringend jedes Tier bekommen sollte. Darüber hinaus entscheiden wir in jedem einzelnen Fall, welche weiteren Impfungen für Ihren Schützling sinnvoll sind. Das hängt von Faktoren wie Alter, Lebensumständen (z.B. Freigänger- oder Wohnungskatze) und Wohnort ab.
Katzen sollten gegen Katzenseuche (feline Panleukopenievirus) und Katzenschnupfen (feline Herpesvirus, feline Calicivirus) geimpft werden. Das gilt auch für reine Wohnungskatzen, denn durch uns Menschen können die Erreger in die Wohnung gelangen. Für Ihre Freigänger sollten Sie immer auch einen Tollwutschutz vorweisen können.
Weitere Impfungen, wie zum Beispiel gegen das feline Leukämievirus (FeLV), Chlamydia felis oder Bordetella bronchiseptica, können ebenfalls sinnvoll sein. Dies klären wir bei jedem Tier individuell ab.
Hunde sollten grundsätzlich gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Tollwut und ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis (HCC)) geimpft werden.
Impfungen gegen Borreliose, Leishmaniose, Pilzinfektionen und Zwingerhusten können für manche Fellnase ebenfalls sinnvoll sein.
Kaninchen sollten immer gegen Kaninchenseuche (Myxomatosevirus) und Rabbit-Haemorrhagic-Disease-Virus (RHD 1 und 2) geimpft werden. Wir bieten neben dem Standardimpfstoff gegen RHD 1 einen neuen Impfstoff, der auch RHD 2 enthält. Leider ist dieser zur Zeit noch deutlich teurer, ist jedoch das einzig wirksame Mittel gegen HDR 2.
Impfungen gegen Pasteurella multocida / Bordetella bronchiseptica und Clostridiose – Kaninchen-Dysenterie-Komplex, sollten individuell erfolgen.
Grundsätzlich empfehlen wir Impfungen gegen tödlich verlaufende Krankheiten immer. Was für Ihren Schützling darüber hinaus sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen.
Herzerkrankungen beim Kaninchen
kommen viel öfter vor, als Sie vielleicht denken. Die Herausforderung bei Kaninchen ist, dass sie leider wahre Meister darin sind, Krankheiten zu verstecken und körperliche Einschränkungen zu kompensieren. Das führt dazu, dass wir immer wieder Patienten haben, bei denen ein Herzleiden bei einer Routineuntersuchung entdeckt wird.
Die Symptome sind nicht einfach zuzuordnen und nur, wenn Sie Ihren Hoppler genau beobachten, fallen sie Ihnen überhaupt auf. Sollte Ihr Kaninchen sich nicht mehr gerne bewegen oder schnell „außer Puste“ sein, kann das auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hinweisen. Unsere Bitte: Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kaninchen sich anders verhält, auch, wenn es nur Kleinigkeiten zu sein scheinen, vereinbaren Sie einen Termin bei uns.
Diagnostik
Zunächst führt unsere Expertin Frau Dr. Miels eine Allgemeinuntersuchung bei Ihrem Kaninchen durch. Das bedeutet, wir verschaffen uns einen allgemeinen Überblick über die Atmung, das Verhalten und den Fell- und Ernährungszustand. Durch Abtasten und Abhören kann Frau Dr. Miels erste Anzeichen einer Herzerkrankung erkennen.
Da Kaninchen einen sehr schnellen Herzschlag haben, sind im Verdachtsfall weitere, bildgebende Untersuchungen erforderlich. Im zweiten Schritt erzeugen wir ein digitales Röntgenbild. Die Aufnahmen geben uns Aufschluss darüber, ob eine Vergrößerung des Herzens, eine Stauung der großen Blutgefäße oder Flüssigkeitsansammlungen im Brustkorb vorliegen.
Durch die anschließende Ultraschalluntersuchung kann Frau Dr. Miels die einzelnen Herzklappen und den Blutfluss beurteilen und eine verlässliche Diagnose stellen.
Die Behandlung
Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei frühzeitiger Diagnose sehr gut auch mit Medikamenten behandelt werden können.
Ganz allgemein ist es für alle Kaninchen optimal, wenn Sie Ihrem Tier möglichst Stress ersparen und in einem Freigehege für Schattenplätze sorgen. Hitze macht einem (herzkranken) Kaninchen genauso zu schaffen wie uns Menschen. Besonders wohl fühlen sich Kaninchen übrigens in einer harmonischen Gruppe oder mit einem passenden Partner – das macht sich auch bei der Gesundheit der Tiere bemerkbar.
Bei Fragen – fragen!
Ihr Team der Tierarztpraxis Kaulsdorf