
Unsere heutigen Themen:
1. Das feline Leukämie-Virus
2. Die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine ausgewogene Ernährung bei Hund, Katze und Kaninchen.
Katzenleukämie
ist eine schwerwiegende Erkrankung, die durch das feline Leukämie-Virus (FeLV) hervorgerufen wird. Eine Infektion bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Virus ausbricht, einige unserer Patienten tragen das Virus seit vielen Jahren in sich. Bricht die Krankheit jedoch aus, können wir nur symptomatisch behandeln. Für das Virus gibt es keine Therapie und leider verläuft die Erkrankung tödlich. Daher ist auch die Lebenserwartung infizierter Katzen sehr verschieden. Wir haben Patienten, die wir durchaus als „alt“ bezeichnen können.
Eine Infizierung kann bereits im Mutterleib erfolgen. Dann ist die Krankheit sehr aggressiv und die Überlebenschance der Jungen gering. Die typischen Risikogruppen sind junge Freigänger-Katzen und Tiere aus einem Mehrkatzenhaushalt. Ältere Katzen infizieren sich nur noch sehr selten, denn sie können erstaunlicherweise im Alter immun gegen das Virus werden.
Übertragen wird das Virus meist durch direkten Kontakt, über Speichel, Kot oder Urin. Denn einmal ausgeschieden, ist das Virus nur höchstens für einige Minuten überlebensfähig. Beim Raufen, gegenseitiger Fellpflege oder bei Benutzung des gleichen Trink- oder Fressnapfes kommt es meist zur Übertragung. Für reine Hauskatzen besteht also keine Gefahr.
Das Virus hat verschiedene Krankheitsbilder. Es können (selten) Tumore entstehen und es kann zu Blutarmut kommen. Tumore bilden sich, wenn, dann meist im Brustraum oder in Organen im Bauchraum. Es kann zu Atemnot, Erbrechen, Durchfall oder Leber- und Nierenerkrankungen kommen. Allgemeine Symptome können apathisches Verhalten und häufige Zahnfleischentzündungen sein.
Die Symptome sind sehr unspezifisch und können viele Ursachen haben. Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus führen wir daher den sogenannten FeLV-Antigen-Schnelltest durch. Dieser Test gilt leider nicht als sicher und muss daher in einigen Abständen wiederholt werden, um ganz sicher zu gehen.
Wenn bei Ihrer Katze alle Tests positiv ausfallen, heißt das aber nicht gleich, dass Ihre Katze bald stirbt. Ganz wichtig ist, dass sie Ihren Liebling noch besser beobachten. Denn ein großes Problem bei Katzenleukämie ist das geschwächte Immunsystem. Ähnlich wie bei einer HIV-Infektion beim Menschen sind Katzen, die mit dem FeLV infiziert sind, deutlich anfälliger für andere Krankheiten als gesunde Tiere. Daher ist es umso wichtiger, erkrankte Tiere regelmäßig untersuchen zu lassen. Zudem empfehlen wir eine halbjährliche Laborkontrolle, um Veränderungen möglichst früh erkennen zu können. Bei immungeschwächten Tieren sind Impfungen gegen andere Krankheiten besonders wichtig. Kranke Katzen reagieren nicht mehr so gut auf Impfstoffe, sodass wir den Impfschutz häufiger überprüfen und auffrischen müssen. Bereits infizierte Tiere können nicht mehr gegen FeLV selbst geimpft werden.
Mit regelmäßigen Untersuchungen und Impfungen gegen andere Erkrankungen können Sie noch lange Freude mit Ihrer Samtpfote haben. Eventuell ist es sinnvoll, Ihre Katze in der Wohnung zu behalten, denn dort kann sie weder andere Tiere infizieren und wichtig: das Risiko sich mit einer anderen Infektion anzustecken sinkt drastisch. Ebenfalls ist es ratsam, infizierte Katzen allein oder nur mit anderen infizierten Tieren zu halten. Ist eine Katze infiziert, ist die Ansteckung in einem Mehrkatzenhaushalt leider kaum zu vermeiden. Die Impfung gegen FeLV schützt zwar bei kurzem Kontakt mit dem Virus, bei Dauerkontakt ist der Schutz leider nicht gegeben.
Fazit: Sollte Ihr Liebling infiziert sein, seien Sie bitte besonders aufmerksam. Auch „harmlose“ Krankheiten können lebensgefährlich werden und müssen deutlich aggressiver behandelt werden. Wir können Ihre Katze trotz FeLV gut behandeln. Dafür ist es wichtig, dass Sie möglichst schnell zu uns kommen, wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Liebling könnte krank sein.
Übergewicht vermeiden – Tipps für eine gesunde Ernährung
Fast jedes zweite Haustier in Deutschland ist zu dick. Das müssen wir hier in der Praxis leider auch feststellen. Bei vielen unserer Patienten sind „die paar Kilos zu viel“ die Ursache für zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkankungen und Diabetes. Außerdem sind übergewichtige Tiere weniger beweglich, die Hitze macht ihnen mehr zu schaffen und häufig ist auch das Immunsystem geschwächt. Übergewicht entsteht, genau wie bei uns Menschen auch, durch die Aufnahme von mehr Kalorien als der Körper verbraucht. Der Rest wird in Fettpolstern eingelagert. Durch ein Ernährungs- und Bewegungsprogramm, speziell auf Ihren Liebling zugeschnitten, können die Pfunde wieder purzeln.
Damit es gar nicht erst dazu kommt, achten Sie von Beginn an auf die Ernährung Ihres Schützlings. Denn Fettzellen, die im Welpenalter durch zu viel bzw. falsche Ernährung im Körper gebildet werden, erhöhen das Risiko der Fettleibigkeit auch im Alter. Besonders bei der Erziehung arbeiten die meisten Tierbesitzer mit Leckerchen – was auch völlig in Ordnung ist. Dabei wird leider oft vergessen, dass diese zusätzliche Kalorien haben. Tipp: verwenden Sie einfach einen Teil der Tagesration Futter als Belohnung für zwischendurch oder füttern Sie entsprechend etwas weniger. Wenn Sie Zeit und Lust haben: Im Internet finden Sie viele wirklich einfache Rezepte für gesunde Leckerchen für Hund und Katze. Mit festen Futterzeiten behalten Sie ganz einfach den Überblick über die Mengen, die Ihr Liebling frisst. Viele Mahlzeiten über den Tag verteilt können sich außerdem negativ auf die Verdauung auswirken. Und Sie können sehen, ob sich am Fressverhalten etwas ändert, was eventuell auf eine Erkrankung zurückzuführen ist.
Was wir eigentlich alle wissen: Unser Essen ist nichts fürs Haustier. Unsere Vierbeiner haben den „Dackelblick“ aber so perfektioniert, dass wir manchmal einfach nicht widerstehen können und doch etwas vom Tisch fällt. Das sollte
die Ausnahme bleiben und nichts zu Fettiges oder stark Gewürztes sein. Damit tun wir unseren Lieblingen auf Dauer nichts Gutes.
Für uns scheint es zwar sehr einseitig, doch Hunde und Katzen brauchen keine große Abwechslung auf dem Speiseplan. Grundsätzlich gilt: Haben Sie ein Futter gefunden, das Ihr Tier mag und verträgt, bleiben Sie dabei. Alleinfutter enthält alle wichtigen Nährstoffe, die Ihr Liebling braucht. Futterumstellungen sind nur sinnvoll, wenn ein medizinischer Grund, zum Beispiel eine Unverträglichkeit, festgestellt wird sowie bei Welpen und Senioren. Kaninchen sind Pflanzenfresser und benötigen viel frisches Futter. Pellets und Trockenfutter können sich negativ auf die Verdauung auswirken und zu einer Magenüberladung führen. Das ist nicht nur schmerzhaft für das Tier, sondern kann auch lebensbedrohlich werden.
Möchten Sie für Ihren Liebling gerne selber kochen, holen Sie sich bitte vorher Rat bei einem Ernährungsexperten und lassen Sie sich einen auf Ihren Liebling zugeschnittenen Ernährungsplan erstellen. Sonst kommt es schnell zu Mangelerscheinungen und die gute Idee, den Liebling zu bekochen, kann am Ende mehr schaden als nützen, denn Hunde und Katzen haben andere Bedürfnisse als wir Menschen. Mit Tipps vom Profi können Sie Ihre Fellnase guten Gewissens bekochen.
Neben der Ernährung spielt natürlich Bewegung eine wichtige Rolle. Wer sich mehr bewegt, verbrennt auch mehr Kalorien – logisch. In unserem oft stressigen Alltag kommt nicht nur unsere Bewegung, sondern auch die unserer Schützlinge zu kurz, was oft zu Übergewicht führt. Besonders Wohnungskatzen liegen gern auf der faulen Haut und müssen zur Bewegung animiert werden.
Anzeichen für Übergewicht:
⁃ Rippen und Wirbelsäule sind schwer zu ertasten
⁃ Kaum ausgeprägte Taille
⁃ „Hängender“ Bauch
⁃ Breiter Rücken
⁃ Rundes Gesicht, dicke Backen (Kaninchen haben eine sogenannte Wamme unterhalb des Kopfes, welche völlig normal ist und kein Anzeichen von Übergewicht)
⁃ Verdickung am Schwanz
⁃ Bewegungsunlust
⁃ Probleme beim Putzen (Katzen bekommen oft struppiges Fell an den Stellen, die sie nicht mehr erreichen können)
⁃ Hunde hecheln auffällig viel
Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Liebling setzt Speck an, vereinbaren Sie bitte einen Termin bei uns und führen Sie eine Diät nur unter tierärztlicher Aufsicht durch, damit es zu keiner Mangelerscheinung kommt. Gerne helfen wir Ihnen auch bei der Auswahl des richtigen Futters und bei den richtigen Portionsgrößen für Ihren Schützling.
Ihr Team der Tierarztpraxis Kaulsdorf